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Virtuose mit Sinngefühl: Der Cellist Wolfgang Emanuel Schmidt im Zusammenspiel mit Dirigent Neil Fellows Foto ehr

2. Sinfoniekonzert am 05.03.2007

2. Sinfoniekonzert
Montag, 5. März 2007 • 19.00 Uhr • Konzertsaal im Schloss
T. A. Arne  Sinfonie Nr. 3  in es-dur
C. Saint Saens Konzert für Violoncello und Orchester Nr.1 in a-moll *
E. Elgar   „Variations on an original theme (enigma)”
* Solovioloncello: Wolfgang Emanuel Schmidt

 

Kieler Nachrichten von Mittwoch, 07.03.2007:

Das Orchester am Ernst-Barlach-Gymnasium im Kieler Schloss

Kiel – Perfektion kann eine Falle sein für Interpreten klassischer Musik. Wenn das Werk in spieltechnischer Hinsicht keine Herausforderung mehr ist, ist der Weg zwar frei für eine Beschäftigung mit der Bedeutung des Stückes. Solche Reflektion aber ist mühsam. Wer sich auf sie einlässt, riskiert, sein gewohntes Verständnis stets überdenken zu müssen. Entsprechend selten ist zu erleben, dass sich bei einem Interpreten beides findet.

Der Cellist Wolfgang Emanuel Schmidt ist ein solcher Musiker. Seit Jahren ist er ein international anerkannter Solist; der Mittdreißiger ist zudem Professor an der Dresdener Musikhochschule. Es ehrt ihn, dass er Gelegenheit fand, zusammen mit Neil Fellows und dem Sinfonieorchester am Ernst–Barlach-Gymnasium das Erste Cellokonzert Camille Saint-Saëns zu interpretieren. Es ist ein Werk von sehr einnehmender, melancholischer Eleganz, bei dem man scheinbar nicht viel falsch machen kann.

Schmidt aber demonstrierte nicht nur die melodische Schönheit und das Effektvolle dieses Stückes. Er begann angemessen vorsichtig, das zu Beginn einsetzende, das gesamte Werk strukturierende Hauptthema aus dem Piano entfaltend – in dem Bewusstsein, dass auch die virtuosen Passagen aus dieser Dezenz heraus entwickelt werden müssen, um nicht den Blick auf den Zusammenhang zu verlieren; bemerkenswert, was für ein wachsames Miteinander Schmidt und das Orchester dabei entwickelten; eine schöne Geste zudem, dass Schmidt sich danach, ans Publikum gewendet, für die Zusammenarbeit mit dem Orchester bedankte.

Elgars Enigma–Variationen meisterten die jungen Musiker ganz unangestrengt und konzentriert; weitgehend gelang es ihnen zudem, den Verlauf des Werkes spannend zu gestalten, es nicht in lauter Einzelmomente zerfallen zu lassen.

Von Stephan Turowski