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2. Sinfoniekonzert am 08.03.2014

2. Sinfoniekonzert
Samstag, 08. März 2014, 17.00 Uhr, Kieler Schloss
H. Purcell   Rondo aus der Abdelazer Suite
Z. Kodály   Tänze aus Galanta
F. Schmidt Intermezzo aus der Oper Notre Dame
A. Borodin Polowetzer Tänze aus "Fürst Igor"
A. Dvorák Slawischer Tanz op. 46 Nr. 1 C-Dur
A. Dvorák Slawischer Tanz op. 46 Nr. 2 e-Moll
A. Dvorák Slawischer Tanz op. 46 Nr. 8 g-Moll
E. Grieg Präludium aus der Suite „Aus Holbergs Zeit – Suite im alten Stil in G-Dur“, op. 40

in Zusammenarbeit mit dem "Ensemble Classique" - Ballett-Elevinnen von Lucy Squire,
dem Großen Chor des Ernst-Barlach-Gymnasiums und der Kantorei Kiel-Holtenau

 

Kieler Nachrichten vom 10.03.2014

Mit Schwung und Schmelz: Barlach-Orchester im Schloss

Kiel. „Über Musik zu reden ist wie über Architektur zu tanzen“ soll Frank Zappa einmal gesagt haben. Wie glücklich allerdings die Kombination dieser beiden nicht-sprachlichen Ausdrucksformen ist, durfte das Publikum des Schlosses am Sonnabend im Zusammenspiel der Ballett-Elevinnen Lucy Squires mit dem Sinfonieorchester des Ernst-Barlach-Gymnasiums im 2. Sinfoniekonzert bestaunen. Klassische Tänze: Unter diesem Motto und mit viel Rhythmus und Ausdruckskraft wurde hier unter der Leitung von Neil Fellows die eine oder andere heiße Sohle aufs Parkett gebracht.
Da mauserte sich bereits Purcells Rondo aus der Abdelazer Suite mit federnder Anmut und sanglichem Bassfundament zu einem charmanten Auftakt. Auch Kodálys Tänze aus Galanta ließen nicht lange bitten, warteten mit Schwung, Schmelz und rassigen Csárdás-Anklängen auf und mündeten schließlich in ein heiter surrendes Klangkarussell. Von leichtfüßiger Eleganz dagegen zeigte sich Schmidts Intermezzo aus der Oper Notre Dame, durch dessen hübsches Reigen man sich beinahe in ein Degas-Gemälde versetzt fühlen konnte. Doch der Schein währte nicht lang: Gemeinsam mit dem Chor des EBGs und der Kantorei Kiel-Holtenau steigerten sich die (zunächst nicht immer über das Orchester getragenen) Lobgesänge aus Borodins Polowetzer Tänzen zu einem deftig-feurigem Potpourri aus übermäßigen Intervallen, Tonrückungen, synkopischer Rhythmik, rasend stampfenden Tanzpassagen und treibendem (bis eilendem) Schlagwerk. Mit Griegs tonmalerischem Präludium aus der Suite Aus Holbergs Zeit (Bravo an die Celli!) erspielte sich das Orchester schließlich eine heftige Bitte um Zugabe.

Elisa Meyer-Bohe